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Künstlerpuzzle der besonderen Art – natürlich von MeterMorphosen

Der Papagei macht es sich auf der Krokodilschnauze bequem, die Eule versteckt sich zwischen den Beinen des Dromedars, der Bär berührt den Fisch, ohne ihn zu fressen, das Wildschwein und das Känguru kommen sich so nah wie sonst nie! Farbige Tiere, zauberhaft ineinander verschränkt, gezeichnet 1972 von F. K. Waechter, gibt es nun als hinreißendes Puzzle mit 33 Tieren für die ganze Familie.
ISBN 978-3-934657-79-3, empf. VK 19,90

 

Tierpuzzle1Entstanden im Jahr 1972, zählt das Tierpuzzle zu den schönsten Arbeiten des großen Zeichners. Igel und Elefant, Eule und Dromedar, Krokodil und Papagei, Nashorn und Hahn, finden sich hier innig ineinander verschränkt. Das Besondere an dem Puzzle ist, dass die Einzelteile exakt den Umrissen der Tiere entsprechen – ohne die typischen, willkürlichen Puzzle-Rundungen.

 

Krokodil mit Hamster Puzzeln ist übrigens kein Kinderkram; auch Erwachsene haben viel Freude daran, Einzelteile zu einem stimmigen bunten Bild zusammenzufügen. Puzzeln bedeutet Entschleunigung und ist gut geeignet, das Alltagshirn leerzufegen und sich in einen nahezu meditativen Zustand zu versetzen. Wussten Sie schon: Um das Erdkundewissen seiner Landsleute zu verbessern, erfand der englische Kartenhändler und Kupferstecher John Spilsbury das Puzzle um das Jahr 1760. Erst hundert Jahre später kam das Puzzle mit verzahnten Teilen auf, wie wir es heute kennen. Vielleicht das Schönste am puzzeln ist, dass hier – im Gegensatz zum Leben – am Ende immer alles zusammenpasst. Auch ganz Gegensätzliches, wie man etwa an Maus und Wildschwein sehen kann, die sich bei F. K. Waechter zärtlich aneinander lehnen.

BärFriedrich Karl Waechter gehört zu den ganz Großen seiner Zunft: Der Zeichner, Cartoonist, Karikaturist, Dramatiker und Kinderbuchautor lebte von 1937 – 2005 und hat mehr als 4.000 Arbeiten hinterlassen. Geboren in Danzig, wirkte er in Frankfurt am Main, wo er 1962 Chefgrafiker der neu gegründeten Satirezeitschrift pardon wurde. Zusammen mit Robert Gernhardt und F. W. Bernstein war er Gründungsmitglied der Zeichner-Vereinigung „Neue Frankfurter Schule“ und auch der Zeitschrift Titanic, die seit 1979 existiert. Sein Werk umfasst Bücher wie Der Anti-Struwwelpeter (1970), poetisch-literarische Bilderbücher wie Da bin ich (1997) oder Vollmond (2005). Seine Cartoons wurden in mehreren Sammelbänden veröffentlicht, von denen Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein (1978) Kultstatus erlangte.

Löwe mit RobbeDie Vorlage für das Tierpuzzle entstand Anfang der 1970er Jahre anlässlich des von F. K. Waechter gezeichneten und von Bernd Eilert getexteten Kinderbuches Die Kronenklauer, erschienen 1972 im Rowohlt Verlag. Dieses „übermütige Buch für Kinder, Eltern und andere anspruchsvolle Leser“ war lange vergriffen – es beschreibt die Abenteuer von drei Kindern, die heilsame Unruhe in einem autoritären Tierreich stiften. Bernd Eilert erinnert sich an die Entstehungszeit: „Der Zeitgeist war antiautoritär , und das waren wir auch. Deshalb haben wir ein Buch gemacht, dessen Autorität der Leser selbst in Frage stellen sollte, in dem er es bemalen, zerschneiden und in seine Einzelteile zerlegen konnte. So entstand zum Beispiel das Tierpuzzle…“

Die virtuose Zeichnung wurde mit Tuschefeder und Aquarellpinsel ausgeführt. Sie findet sich seit 2008 im Wilhelm-Busch-Museum Hannover / Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik, wo F. K. Waechters Nachlass aufbewahrt und weiter erschlossen wird. 2010 erschien dort das Tierpuzzle im Großformat in einer kleinen Auflage auf MDF-Platte. Zur Erschließung eines breiteren Publikums erscheint nun eine handlichere Volksausgabe aus wertvoller Pappe bei MeterMorphosen.